FB-Beitrag 25.03.2020 – Maskerade

Grundsätzlich ist die völlige Kontaktvermeidung der beste Schutz vor einer Übertragung. Allerdings lässt sich das eben nicht immer umsetzen, viele müssen noch arbeiten, es muss eingekauft werden, der Hund muss raus usw.

Dann kommt „Abstand“. 2 Meter. Die Viren, die ein Betroffener von sich gibt sind schwerer als Luft. Sie sinken zu Boden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Lebewesen, die sich näher am Boden befinden (u.a. unsere „Zwerge“) einen größeren Sicherheitsabstand benötigen.

Jetzt gibt es nicht „die Maske“ – es gibt unterschiedliche Arten mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten und Schutzzielen (und unterschiedlichem Preis bzw. unterschiedlicher Verfügbarkeit):


Mund-Nasen-Schutz: Die altbekannten OP-Mundschutzmasken. Schützen den Träger selbst so gut wie nicht – aber sie schützen Andere vor dem Träger. Empfohlen/sinnvoll (im außermedizinischen Bereich) für Menschen, die „anderweitig“ erkältet sind, als Verdachtsfall (häusliche Quarantäne oder Selbstisolation) den Müll rausbringen oder beim Kontakt zu jemandem aus einer Hochrisikogruppe.
(BTW wenn JEDER eine tragen würde würde es auch schützen – weil keiner das Virus freisetzt)


FFP2-Masken / N95-Masken
halten ca. 95 % der in der Luft ggf. vorhandenen Partikel zurück. Wenn sie ein Ventil haben nur beim Einatmen, sonst in beide Richtungen. Schützen in erster Linie vor „Zufallstreffern“ bzw. senken den Virusgehalt in der Einatemluft und damit das Risiko z.B. beim Einkauf oder in der Bahn. Für den Schutz beim engen Kontakt mit Kranken/Infizierten nur zweite Wahl.

FFP3-Masken / N99-Masken
gibt es fast nur mit Ventil. Sie können den Träger effektiv schützen, wenn sie richtig angewandt werden. Bart ab (!), Maskenaußenseite nicht anfassen, nach dem Absetzen Hände desinfizieren usw. Sind schwer zu bekommen und sollten eigentlich denen vorbehalten bleiben, die beruflich (oder im Rahmen humanitärer Hilfe) Kontakt mit vielen Menschen haben, deren Infektionsstatus unklar ist und die ggf. husten oder niesen. Sind für die Arbeit am Patienten bei vielen auch anderen Erregern (von Masern über MRSA zu Tuberkulose) absolut unabdingbar. Für den „normalen“ Privatmensch allenfalls dann sinnvoll/zu empfehlen, wenn man zu einer Hochrisikogruppe gehört.

Dann gibt es noch die Profi-Masken mit austauschbarem Filter. Sowohl als Halbmaske (Lackierermaske) als auch als Vollmaske (Feuerwehr, ABC-Maske). Hier sind prinzipiell alle Filter möglich, die die Filterklasse P3 umfassen, als reiner Partikelfilter oder auch Kombinationsfilter (ABEK-P3, KS80, KatS-Filter,…). Der Maskenkörper kann desinfiziert werden, Austauschfilter sind eher zu bekommen als FFP3-Masken. Wichtig ist der dichte Sitz, Bartträger sollten sich rasieren, sonst bringts nichts. Die Tragedauer ist begrenzt, in „normalen“ Zeiten benötigt man für die Verwendung von Vollmasken eigentlich eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (G26).

Bei allen Masken ist wichtig, dass sie ihre Schutzwirkung verlieren, wenn sie durchfeuchtet sind. Auch sind FFP2/3-Masken Einmalartikel, man soll sie nicht desinfizieren und wiederverwenden, da Desinfektionsmittel die Bindung der Fasern beeinträchtigen können.

Allerdings kann man theoretisch die Dinger mehrere Tage in die Sonne legen, Sars-CoV2 mag kein UV-Licht und nach 3-5 Tagen dürften auf der dann mindestens 2 Tage lang trockenen Maske auch keine Viren mehr überleben. Dieser Rat ist allerdings ein bisher nicht wissenschaftlich validierter Praxistipp!

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