FB-Beitrag vom 20.3.2020…

Das Fellnasentaxi hat ab Montag 16.3. alle Fahrten bis auf Weiteres ausgesetzt.

Ja, aber…

Kein Aber. Das Fellnasentaxi fährt (normalerweise) tagein, tagaus kreuz und quer durchs Ländle, die Fahrer haben Kontakt mit Trapofahrern, Orgamitgliedern, Adoptanten, Pflegestellen, Tankstellenmitarbeitern, laufen in Flughäfen rum, betreten fremde Wohnungen. Jede einzelne Situation ist eine Gelegenheit, das Virus mitzunehmen oder weiterzugeben – auch wenn der Fahrer nicht symptomatisch erkrankt, keiner Risikogruppe angehört usw.

Mal von dem Rattenschwanz an Quarantänemaßnahmen, falls ein Fahrer oder auch nur eine der genannten Kontaktpersonen positiv getestet wird oder erkrankt ganz abgesehen – ganz Deutschland wird derzeit massiv heruntergefahren, um die Verbreitung des SARS-CoV 2 Virus zu verlangsamen bzw. einzudämmen. Die Eindämmung funktioniert nur, wenn möglichst alle mitmachen. Auch wir.

Wir legen bei -prinzipiell möglichen- Notfallfahrten ebenso wie bei bereits gebuchten und aus verschiedensten Gründen nicht mehr stornierbaren Fahrten einen sehr strengen Maßstab an. Wir hinterfragen die Gründe für den Transport sowie dessen Dringlichkeit und bitten ggf. um Nachweise. Bekommen wir die nicht, dann erfolgt keine Fahrtvermittlung. Bedenkt bitte: Alle Fahrer sind Teil eines ehrenamtlichen Freiwilligenprojektes. Sie spenden ihre Zeit für euer Tier – und sie dürfen auch entscheiden, es aus Eigenschutzgründen derzeit nicht zu tun.

Die Lage hat sich in den letzten Tagen dermaßen dynamisch entwickelt, dass die nur wenige Tage zuvor getroffene Regelung bereits durch die Realität überholt wurde. Ebenso wie Behörden und Regierung ihre Maßnahmen ständig weiter heraufschrauben sind auch wir nach Abwägung zur Entscheidung gekommen, Ausnahmen auf ein absolutes Minimum zu begrenzen und ansonsten jegliche Fahrtvermittlung bis auf Weiteres auszusetzen.

Wir appellieren auch an alle sonstigen „Fahrgelegenheiten“, ob dies andere Gruppen, über private Kontakte gefundene Fahrer oder auch vereinseigene Pflegestellen oder Mitglieder sind: Hinterfragt den Fahrtanlass, verzichtet wo irgend möglich auf die Fahrt bzw. verschiebt diese.

Um uns als Fahrer wirksam zu schützen (und damit auch unsere Kontaktpersonen zu schützen) würden wir Verbrauchsmaterialien (Desinfektionsmittel in wesentlich erhöhter Menge gegenüber dem Normalbetrieb, FFP2/3-Filtermasken, Einweghandschuhe etc.) benötigen, die im Moment nicht nur schwer zu bekommen sind, sondern auch eigentlich an anderen Stellen (Intensivkrankenpflege, Rettungsdienst, ärztliche Versorgung usw.) noch dringender benötigt werden. Und – auch wenn einige Fahrer solches Material haben wissen wir nicht, ob und wann nachgeliefert wird. Das was da ist sollte für Notfälle verfügbar sein.

Wenn wirklich alle mitmachen würden und einfach mal 3 Wochen zu Hause bleiben (und die „Ausnahmen“ nur konsequent geschützt bzw. unter strikter Einhaltung der Schutzmaßnahmen von Husten- und Niesetikette über Händewaschen bis zur Meidung persönlicher Kontakte mit möglichst allen Menschen die unumgänglichen Wege erledigen) dann wäre das „Ding“ in kürzester Zeit durch, andere Staaten erzielen mit Ausgangssperren, großflächigen Schließungen von Betrieben, Verbot von Menschenansammlungen usw. in der Statistik deutlich ablesbare Erfolge.

Wenn du mit niemandem Kontakt hast, der dich anstecken kann dann bekommst du es nicht. Wenn du mit niemandem Kontakt hast, den du anstecken könntest, dann gibst du es nicht weiter. Eigentlich ganz einfach…

P.S. Deutschland steht kurz vor einer Ausgangssperre. Und immer noch gibt es Uneinsichtige. Da ist es egal, ob die in Gruppen im Park abhängen oder ob die von uns jetzt noch Flughafenabholungen oder zeitlich völlig freie Umsetzungen von Pflegestelle zu Endstelle haben wollen. Leute, DAS IST KEINE ÜBUNG! Bleibt MIT DEM ARSCH AUF DEM SOFA!

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