Quo vadis Baofeng & Co.

Es lässt sich nicht verhindern, also machen wir das Beste daraus…

Oder: Warum Baofeng & Co. für einen ernsthaften Funkanwender oft nur zweite (oder dritte) Wahl sind.

Es ist unbestreitbar: Die Dinger sind preisgünstig. Die Dinger machen (weitestgehend), was sie sollen. Und vieles, was die Dinger können, das dürfen sie nicht.

Aber warum eigentlich?
Baofeng & Co. sind zunächst einmal Amateurfunkgeräte – sprich, jedermann darf sie besitzen und (auf Frequenzen, die derjenige hören darf) auch zum Hören benutzen. Senden damit darf allerdings (eigentlich) nur ein Funkamateur – und auch nur innerhalb der Amateurfunkbänder.

Der Hintergrund ist zunächst einmal regulatorischer Natur:
In allen Funkdiensten und Funkanwendungen außerhalb des Amateurfunks dürfen ausschließlich typgeprüfte Geräte verwendet werden. Durch die EU-Freizügigkeit muss zwar nicht mehr überall der Geier draufkleben – aber der Hersteller muss die Konformität mit den entsprechenden Standards nachweisen und dokumentieren. Und das eben machen die Chinesen nicht. Würden sie es tun, dann wären die Geräte nicht mehr so preisgünstig.

Das Ganze hat natürlich auch noch einen technischen Hintergrund: Prinzipiell alle Mehrbandgeräte haben seit jeher ein ernsthaftes Problem damit, ihre Abstrahlungen auf die Frequenz zu beschränken, auf der sie senden sollen. Es ist technisch sehr anspruchsvoll, gleichzeitig auf z.B. 70cm senden zu können, aber auch die Oberwellen einer Sendung im 2m-Band (3. Oberwelle einer Sendung auf 149 MHz liegt bei 447 MHz…) wirksam zu unterdrücken. Deshalb sind Duoband-Geräte im kommerziellen Bereich eher verpönt.

Immerhin kann man durch diesen physikalischen Zusammenhang sehr gut Antennen konstruieren, die auf beiden Bändern funktionieren.

Diese Störabstrahl-Problematik ist so gravierend, dass manche Länder Importverbote für einige Gerätetypen erlassen haben und eigentlich alle Länder in Europa die Geräte von den meisten Anwendungen außerhalb des Amateurfunkdienstes ausschließen. Zur Erinnerung: der Funkamateur dürfte seine Geräte sogar komplett selbst bauen und ist für seine Grenzwerte ausschließlich selbst verantwortlich – nicht irgendein Hersteller.

Nun wird meistens nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird. In 99 % der Fälle passiert… gar nichts. Der Sender ist von einer potentiellen Störsenke einfach zu weit entfernt, um noch wirklich störende Signale zum Vorschein zu bringen. Viele kommerzielle Empfänger sind einiges störfester als es die Normen vorgeben.

ABER man muss sich bewusst sein, dass man Störungen verursachen KANN. Erst recht gilt dies, wenn man die Sendeleistung erhöht oder Antennen verwendet, die zufällig auf einer Frequenz resonant sind, die das Gerät störenderweise abstrahlt. Das würde dann wieder gegen die Verwendung von Duobandantennen sprechen – aus störtechnischer Sicht wäre eine Monobandantenne mit Sperrtopfcharakteristik eigentlich sinnvoll – hat nur leider auch keinen „Gewinn“.

Gewinn ist aber das Stichwort. Alles hat ja das Ziel, möglichst „gut“ beim Funkpartner anzukommen. Und da gilt immer noch die alte Weisheit „eine gute Antenne ist der beste Verstärker“.

Im Gegensatz zur Oma hat die den Gewinn nämlich nicht nur beim Senden, sondern auch beim Empfang.